Tauchtauglichkeit

Die Untersuchungen der Tauchtauglichkeit werden nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) durchgeführt und beinhalten folgende Untersuchungen:

  • Körperliche Untersuchung
  • Ruhe-EKG und Ergometrie
  • Lungenfunktionstest
  • Ohrmikroskopie und Tympanometrie

Allgemeine körperliche Untersuchung

Der Untersuchungsvorgang beinhaltet eine gründliche körperliche Untersuchung. Die Beurteilung der Psyche ist Bestandteil dieser Untersuchung. Unter Abwägung der Strahlenbelastung und dem zu erwartenden Nutzen einer radiologischen Thoraxuntersuchung ist ein Röntgen-Thorax nicht obligat.

Ruhe-EKG und Ergometrie

Für Sporttaucher ist die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit der entscheidende Beurteilungsfaktor. Daher muss zur Beurteilung eine Ergometrie (Prüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit) durchgeführt werden. Bei der Beurteilung der Ergometrie werden die Leistung, die Herzfrequenz, der Blutdruck sowie das EKG herangezogen. Die Ergometrie erfolgt nach den Standardrichtlinien der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und des Deutschen Sportärztebundes. Das Belastungs-EKG schließt eine kardiale Krankheit nicht mit Sicherheit aus, die Sensitivität (positiver Nachweis einer koronaren Herzkrankheit) beträgt 70-80%, die Spezifität (Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit) liegt bei 80-90%. Durch qualitativ gute Untersuchungsbefunde ist es möglich, die Zuverlässigkeit zu steigern.

Lungenfunktionstest

Die Lungenfunktion erfolgt mit einem handelsüblichen offenen elektronischen Spirometer als Fluss-Volumen-Diagramm. Es werden mehrere maximale in- und exspiratorische Atemmanöver durchgeführt und die jeweils besten Messwerte dokumentiert. Die in- und forciert exspiratorisch gemessene Vitalkapazität (IVC bzw. FVC) und die exspiratorische Einsekundenkapazität (FEV1) sollten mindestens 70 % der von der European Respiratory Society vorgeschlagenen Sollwerte erreichen. Der Quotient FEV1 / IVC sollte 0,7 nicht unterschreiten. Eine höhergradige Einschränkung der Funktion der kleinen Atemwege sollte ausgeschlossen werden.

Ohrmikroskopie und Tympanometrie

Für die luftgefüllten Körperhöhlen, besonders für die starrwandigen Nasennebenhöhlen und das halbstarre Mittelohr besteht die Gefahr eines Barotraumas. Die Ausführungsgänge bzw. die Eustachische Röhre müssen für die Belüftung der Höhlen durchgängig sein, um beim Tauchen den erforderlichen Druckausgleich möglich zu machen. Bei der Prüfung der Tubenfunktion wird auf die Qualität des Druckausgleichs geachtet. Daneben darf keine die Orientierung unter Wasser erschwerende Störung des Gleichgewichtsorgans vorhanden sein.