Tauchunfallbehandlung

Definition

Der "Taucherunfall" ist ist ein Sammelbegriff für alle Vorkommnisse, die dem Taucher im Wasser oder nach dem Tauchgang zustossen und eine Verletzung des Tauchers verursachen. Hierbei ist noch zu bedenken, dass die Ursachen für den Taucherunfall unmittelbar etwas mit den veränderten Druckverhältnissen beim Tauchen oder mit dem Wasser als Sportelement oder Arbeitselement zu tun haben müssen.

Das bedeutet, dass andere Verletzungen wie Schnittwunden, Quetschungen, Stichwunden, Knochenbrüche etc., sowie durch Tiere herbeigeführte Bisswunde oder Vergiftungen etc, durch Tiere herbeigeführt, nur als Unfälle zusätzlich beim Tauchen verstanden werden.

Der "klassiche" Tauchunfall ist entweder eine Dekompressionsverletzung ( auch Caissonkrankheit oder DCS =Dekompressionsickness genannt) oder eine Überdehnung der Lunge oder eine andere durch Druckunterschiede hervorgerufene Verletzung bzw. Erkrankung.

Hier wollen wir einige Begriffe erörtern:

1. Caissonkrankheit: Vor ca 250 Jahren haben französische und belgische Ingenieure ein System zur Anwendung gebracht, mit dem man auf dem Grund von Seen und Flüssen "trockenen Fusses" arbeiten konnte. Im Prinzip waren es Holzkästen ( franz. Caisson ) der unterschiedlichsten Form, die auf den Grund abgelassen wurden. Mit Überdruck wurde das Wasser herausgepresst. Über eine Schleuse konnten dann die Arbeiter in die Caissons gelangen, die nun unter Überdruck standen, und arbeiten. Da die ersten "Taucherkrankheiten" in den sog. Caissons vorkamen, gab man ihnen den Namen "Caissonkrankheit". Dieser Begriff wurde in der Taucherei übernommen.Tatsächlich ist die Taucherkrankheit aber eine Verletzung und keine Erkrankung.

Unter dem Sammelbegriff Caissonkrankheit fasst man alle Vorkommnisse zusammen, die ein Ausperlen von Stickstoffbläschen im Körper verursachen !!!

Hierzu einige Stichpunkte:

  1. Taucherflöhe sind Stickstoffausperlungen im Unterhautfettgewebe. Sie verursachen einen sehr heftigen Juckreiz und Schmerzen auf/unter der Haut.
  2. Bends sind Stickstoffausperlungen in den Gelenken. Bends verursachen z.T. heftige Schmerzen in den betroffenen Gelenken.
  3. Chokes sind Stickstoffausperlungen in den Lungenbläschen. Hier entstehen Schmerzen beim Atmen bis hin zur akuten Atemnot.
  4. Schwere Form der Bends sind Beschwerden wie unter "2" beschrieben, treten aber schon während des Auftauchens auf.
  5. ZNS-Symptome sind Stickstoffausperlungen an den Nerven und im Gehirn. Hierbei erfährt der verletzte Taucher alle Formen von nervösen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Sensibilitätssörungnen, Seh- oder Hörstörungen.
  6. Barotrauma ( Baro = Druck, Trauma = Verletzung ) Darunter versteht man alle Verletzungen, die durch Druckunterschiede in und an den starren Körperhöhlen entstehen können.

Hier unterscheidet man zwischen Überdruckbarotrauma und Unterdruckbarotrauma. Die sog. Barotraumata können in folgenden Körperregionenentstehen:

Lunge, Außenohr, Mittelohr, Ober-und Unterkieferhöhlen, Stirnhöhlen, Zähne, unter bestimmten Bedingungen auf der Haut oder den Augen, und verschiedenen kleineren Nasennebenhöhlen.

Wichtig ist: Alle Formen der Caissonkrankheit oder DCS (Decompression-sickness) gehören in die Hände eines Taucherarztes und in die Druckkammer zur Behandlung. Es ist die Natur dieser Verletzung sich noch über viele Stunden zu verschlimmern. Unbehandelte Caissonerkrankungen verursachen Langzeitschäden, die meist irreparabel sind.

Tiefenrausch: Um den Tiefenrausch ranken sich die meisten Gerüchte in der Taucherei. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Art Stickstoffnarkose, die auf den verschiedenen Tauchtiefen diverse Symptome verursacht.